Die Fliesen selbst sehen nach der Reinigung oft ganz ordentlich aus – aber die Fugen bleiben schwarz oder grünlich, egal wie oft man drüber wischt. Das ist ein häufiges Problem, und es liegt daran, dass Fugen anders verschmutzen als die Fliesenoberfläche selbst.
Fugenmörtel ist porös. Er saugt Feuchtigkeit auf, hält Schmutzpartikel fest und bietet Algen, Moos und Bakterien genau die Bedingungen, die sie brauchen: ein bisschen Feuchtigkeit, ein bisschen organisches Material, wenig direktes Sonnenlicht. Das Ergebnis sind Verfärbungen, die mit normalem Wischen nicht weggehen.
Warum der Hochdruckreiniger hier oft keine gute Idee ist
Der erste Impuls vieler ist: Hochdruckreiniger drauf, Problem gelöst. Das funktioniert kurzfristig tatsächlich – die Fugen sehen danach sauber aus. Aber der Druck spült gleichzeitig den Fugenmörtel heraus, besonders wenn die Fugen schon etwas älter sind oder nicht tief genug verfüllt wurden. Nach einer Saison sind die Fugen dann ausgewaschen, Wasser sammelt sich darin, und das Moos kommt schneller zurück als vorher.
Für die Fliesen selbst ist das meist kein Problem, aber für die Fugensubstanz ist regelmäßiger Hochdruckeinsatz auf Dauer schädlich. Wer seine Terrassenfugen langfristig in gutem Zustand halten will, ist mit einer mechanischen Reinigung ohne Druck besser beraten.
Was wirklich hilft: Bürste und Einwirkzeit
Das effektivste Werkzeug für Fugen ist eine schmale Fugenbürste – am besten eine mit Stahldraht- oder Nylonborsten, die schmal genug ist, um in die Fuge einzutauchen. Mit einer normalen Handbürste oder einem Schrubber kommt man in die Fugen kaum rein, man arbeitet nur auf der Oberfläche.
Die Reinigung läuft so ab: Zuerst die Fugen trocken abbürsten, um losen Schmutz und lockeres Moos zu entfernen. Dann eine Reinigungslösung in die Fugen einbringen – entweder ein verdünnter Terrassenreiniger oder eine Waschsodalösung – und mindestens zehn Minuten einwirken lassen. Danach mit der Fugenbürste in die Fugen gehen, in Fugenrichtung arbeiten und anschließend abspülen.
Dieser Schritt wird oft übersprungen oder abgekürzt, und dann wundert man sich, dass die Fugen grau bleiben. Die Einwirkzeit ist nicht optional – der Reiniger muss Zeit haben, den organischen Belag zu lösen, bevor man mechanisch einwirkt.
Bei Moos und tiefem Grünbelag
Wenn Moos wirklich in die Fuge eingewachsen ist, hilft manchmal ein vorheriges trockenes Herausarbeiten mit einem Fugenkratzer oder einer alten Säge besser als sofort nass zu arbeiten. Trockenes Moos lässt sich leichter aus dem Fugenbett lösen als aufgeweichtes, das sich eher verschmiert.
Danach Reinigungslösung einwirken lassen und mit der Fugenbürste nachbearbeiten. Bei hartnäckigem Moos- und Grünbelag braucht man manchmal zwei Durchgänge – einmal grob, einmal mit frischer Lösung fein. Das klingt aufwendig, ist aber insgesamt weniger Arbeit als ausgewaschene Fugen neu zu verfugen.
Warum schwarze Fugen so hartnäckig sind
Schwarz verfärbte Fugen haben in den meisten Fällen eine biologische Ursache: Algen, Bakterien oder Schimmel, der sich tief in den porösen Fugenmörtel eingenistet hat. Normale Reiniger kommen da an die Oberfläche, aber nicht in die Tiefe.
Ein stark alkalisches Mittel – Waschsoda oder ein konzentrierter Flächenreiniger – arbeitet sich besser in poröse Materialien ein als ein neutraler Reiniger. Deshalb macht die Mittelwahl bei Fugen mehr Unterschied als bei glatten Fliesen.
Nach der Reinigung kann es sich lohnen, die Fugen mit einem Fugenschutz oder einer Imprägnierung zu behandeln. Das schließt die Poren teilweise und macht es Algen und Schmutz schwerer, sich neu festzusetzen. Kein dauerhafter Schutz – aber die nächste Reinigung wird spürbar einfacher.
Fugen regelmäßig im Blick behalten
Fugen, die einmal tief verfärbt sind, brauchen mehr Aufwand als Fugen, die man regelmäßig mit reinigt. Wer die Terrasse ohnehin ein- bis zweimal im Jahr reinigt, sollte die Fugen dabei immer einbeziehen – nicht als Extraaufgabe, sondern als festen Bestandteil der Fläche. Eine Fugenbürste ist dabei das wichtigste Werkzeug und kostet wenig.